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Leipzig ist eine Stadt mit einer bewegten Geschichte. Wie überall gab und gibt es auch hier soziale und politische Konflikte, in denen sich die unterschiedlichen Interessen von Gesellschaftsgruppen zeigen. Konflikte haben verschiedene Ursachen, können materieller oder ideologischer Art sein. Sie können  friedlich und demokratisch gelöst werden; oder dass sie überhaupt aufbrechen, ist gerade ein Zeichen für eine demokratische Kultur. Unsere Studie Konfliktraum Leipzig fragt nach den aktuellen Situationen in der Stadt. Wir wollen wissen, wie Gruppen von Menschen, die politisch aktiv sind, gesellschaftliche Entwicklungen und Konflikte wahrnehmen und wie sie darauf reagieren.


Blitzlichter aus der Leipziger Konfliktgeschichte:

Leipzig war 1863 Schauplatz der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) durch Lassalle. Während der vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts kämpfte die Leipziger Jugendbewegung Leipziger Meute mit Liedern, Flugblättern und dem Einsatz der Fäuste gegen HJ-Mitglieder. Dieser Widerstand endete für sie tödlich. Auch in Leipzig kam es am 17.Juni 1953 zu spontanen Streiks und Protesten durch Arbeiter während andere Arbeiter, den Fortgang der Produktion sicherten. Später, in den 80ziger Jahren, äußerte sich Opposition vermehrt kulturell: es gab die Hausbesetzung der Stö (Stadthäuser in der Stockartstraße, Connewitz) und heimliche Punkkonzerte im Süden. Illegale Schwarzcafés und Bars machten das Leben bunter. Viel zitiert sind die Montagsdemonstrationen, die am 09. Oktober 1989 begannen. An diesem Tag fanden sich ca. 70.000 Menschen auf dem Ring zusammen, um Veränderungen zu fordern.


Kurz: Leipzig hat eine konfliktreiche Geschichte, aber auch die Gegenwart bietet auch Einiges, um das es sich streiten lässt. Wie sehen junge Leipziger ihre Chance, die Stadt und Gesellschaft mitzugestalten und zu beeinflussen? Das ist die Frage, der wir in diesem Forschungsprojekt nachgehen.